Dreiundzwanzig

MORGENS nordwärts zum Hafen. Zu Erwarten, das Gedröhn von LKW und PKW auf der Hauptstraße durch den Containerhafen. Klangliche Abwechslung bot ein schaufelnder Straßenreiniger auf dem Kopfsteinpflasterparkplatz hinter dem Alten Hafenamt und das leise Rattern und Heulen eines Containerkrans. Am Schmiedingbecken, hinter einem kleinen Verwaltungsgebäude ist der Verkehr leiser zu hören, dafür Entenquaken. Eine Rangierlok brummt laut und rattert beim Anfahren, die Anhänger hallen und quietschen, während sie über die Schienen rumpeln. Hundegebell erklingt von jenseits des Hafenbeckens. Den Hund entdecke ich auf dem Weg zurück, er steht am Zaun von Autodata gegenüber der Schiffgastronomie Käptn Kralle. Es zischt bei der Reifenkontrolle in der Werkstatt von Auto Michael, und es klackert in der Hobbymietwerkstatt. Dröhnen dann wieder von einem Fahrzeugmotor auf dem Fernbuswarteplatz an der Straße. Später am Nachmittag erzählt mir Richard Ortmann von der postindustriellen Veränderung der Klanglandschaft Ruhrgebiet. Noch in den 80er Jahren waren diverse Hochindustrien verantwortlich für das mechanische Klangbild der Umgebung. Davon ist heute kaum etwas mehr zu hören.

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