Andreas GolinskiAndreas Golinski

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ANDREAS GOLINSKI: ANNI DI VETRO

Andreas Golinski (*1979, Essen, D) begibt sich in seinen oftmals minimalistischen Arbeiten auf Spurensuche. Unter Verwendung industrieller Materialien wie Beton und Stahl widmet er sich Ereignissen der Vergangenheit, die untrennbar mit dem Ort des Geschehens und dessen Architektur verbunden sind.

Für die RuhrResidence 2016 spürt er der italienischen Dichterin Alda Merini (*1931-2009, Mailand) nach, die sich immer wieder in psychiatrischer Behandlung befand. Während ihres siebenjährigen Aufenthalts in der Mailänder Nervenheilanstalt Paolo Pini gab sie die Literatur auf und begann erst sieben Jahre danach, 1979, mit der Arbeit an dem Gedichtband ‚La Terra Santa‘, der bis heute als ihr Meisterwerk gilt. Golinski geht es weniger darum, den physischen Raum erneut wiederherzustellen, sondern vielmehr, eine Komposition zu schaffen, die sich an die Suggestivität und an die Stimme eines Menschen anlehnt, der auf der eigenen Haut die entfremdende Erfahrung der Internierung gemacht hat. Die Recherche in Mailand soll Basis für eine Arbeit sein, die zugleich äußerlich – das Irrenhaus mit seinen alltäglichen Räumlichkeiten, Personen und Stimmen – als auch innerlich ist – die Erinnerungen, Gefühle und Empfindungen der Erzählerin.

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