Imagu, ke estas neniu lando

Neutral-Moresnet ist “historisch, unsichtbar”, somit schwer per Flugzeug zu erreichen. Meine Recherche führte mich in erster Linie in die Welt der wissenschaftlichen, philosophischen, belletristischen und musikalischen Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Nationalstaatenbildung im Allgemeinen und der Geschichte Neutral-Moresnets im Speziellen. Ich entwickelte anhand der Recherche Ergebnisse eine Lecture-Performance, die ich bei der  Abschlusspräsentation im Kunstmuseum Bochum aufführte und die ich zur Zeit weiter ausarbeite. Wichtig ist mir, die aktuelle Relevanz des historischen Themas aufzuzeigen. Außerdem lernte ich Imagine auf Esperanto zu singen, verfeinerte mein System von Eselsohren mit der Einführungen des Doppelknicks, recherchierte, dass das Fundament von Nationalbewusstsein auf den Buchdruck zurückgeht und noch vieles unendlich Spannendes mehr.  Dafür die Zeit zu haben ist sehr wertvoll und deswegen auch von meiner Seite ein großes Dankeschön!

Eine kurze Safari ins nicht mehr existierende Land konnte ich mir aber nicht verkneifen. Und so entstand ein Briefmarken-Set, das auf die provokante Demonstration der Unabhängigkeitsbestrebung N.-M.s anspielt, eine eigene Briefmarke herauszubringen (siehe blog-Eintrag “Molly“). Zu sehen sind bei meiner Version zwei typische Körperhaltungen von Neutral-Moresnet Besuchenden bzw. Suchenden. Das Beugen über einen der letzten historischen Grenzsteine im damaligen 4-Ländereck. Und das Betrachten des kleinen, äußerst seltenen Galmei-Veilchens, das ausschließlich auf den schwermetallhaltiger Böden in der Region um Aachen wächst. Ohne die Zinkmine wäre die Grenzfrage um Neutral-Moresnet nie zu solch einem brisanten Konflikt herangewachsen. Auch dieses Phänomen der politischen Intervention bei Rohstoffvorkommen ist heutzutage so aktuell wie eh und je.

 

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